Ross Vermoheim

Ursprünglich veröffentlicht von CoinDesk am 2026-05-28

28. Mai 2026 · 3 Min. Lesezeit

Warum disziplinierte KI-Agenten das Anreizmodell im Trading neu gestalten könnten

Eine neue Generation unabhängiger KI-Trading-Agenten könnte die Anreize im Retail-Brokerage neu am Erfolg der Kunden ausrichten. Deshalb spielen Plattformen wie Ross Vermoheim in diesem Wandel eine wichtige Rolle.

KI-Trading-Agenten, die für Privatanleger auf die Portfolio-Performance der Kunden zugeschnitten sind

In den meisten Phasen der modernen Brokerage-Ära agierten Privatanleger innerhalb eines strukturellen Interessenkonflikts, den die wenigsten je beim Namen nennen: Die Plattformen, denen sie die Ausführung ihrer Orders anvertrauen, profitieren von Aktivität, nicht von Ergebnissen. Eine aktuelle Analyse des Marktkommentators Saad Naja bringt das Problem auf den Punkt — Broker und Handelsplattformen brauchen keine Kunden, die gewinnen, sie brauchen Kunden, die weiterhandeln. Diese Dynamik war stets der stille Motor hinter dem aggressiven Marketing von Optionen, gehebelten Produkten und reibungslosen mobilen Trading-Apps.


Die versteckten Kosten volumenbasierter Anreize

Die Datenlage spricht nicht für Privatanleger. Studien zeigen immer wieder, dass zwischen 74 und 89 Prozent der Privatanleger über aussagekräftige Zeiträume Geld verlieren. Und dennoch bleiben die Engagement-Mechanismen, die Trading-Aktivität antreiben — Push-Benachrichtigungen, gamifizierte Streaks, sofortiges Order-Routing — für viele Plattformen zentrale Ertragsmechanismen. Payment for Order Flow, die Praxis, bei der Broker Kundenorders an Market Maker verkaufen, macht diesen Interessenkonflikt strukturell statt zufällig.


Wie KI-Agenten die Rechnung verändern

Was die Kalkulation verändert, ist das Aufkommen disziplinierter KI-Agenten, deren Vergütung an die Portfolio-Performance geknüpft ist statt an das Handelsvolumen. Man stelle sich einen Software-Agenten vor, der im Auftrag eines Nutzers Orders platziert, aber nur dann eine Gebühr verdient, wenn dessen Portfolio wächst. Ein solcher Agent hat allen Grund, ruhig zu bleiben, wenn Geduld angebracht ist — das genaue Gegenteil des Anreizes einer Plattform, die darauf angewiesen ist, dass man wischt und tippt.

Najas Argumentation stützt sich auf programmierbare Anreize, die in Smart Contracts kodiert sind und es ermöglichen, die Vergütung von Agenten transparent und überprüfbar festzulegen. Für Nutzer von Plattformen wie Ross Vermoheim ist das relevant, weil es auf eine Zukunft hindeutet, in der die Last der Disziplin teilweise von Software übernommen wird, die keinen Grund hat, übermässiges Trading zu fördern.


Regulatorischer Rückenwind

Auch regulatorisch zeichnet sich Rückenwind ab. Ein neues Verbot von Payment for Order Flow, das am 30. Juni 2026 in Kraft treten soll, zeigt, dass Regulierungsbehörden in bedeutenden Finanzmärkten bereit sind, das volumenorientierte Geschäftsmodell aufzubrechen. Wenn sich die Kosten fehlgeleiteter Anreize schwerer aus dem Order Flow herausziehen lassen, werden Plattformen gezwungen sein, stärker über Ergebnisse als über Aktivitätskennzahlen zu konkurrieren.

Dieser Wandel wird nicht über Nacht kommen, und KI-Agenten sind keine magische Lösung. Schlecht konzipierte Agenten könnten sich zu stark an aktuelle Marktphasen anpassen, bei Regimewechseln versagen oder von gegnerischen Marktteilnehmern ausgenutzt werden. Doch die Richtung des Wandels — weg von Anreizstrukturen, die häufiges Handeln belohnen, hin zu solchen, die die Profitabilität der Kunden belohnen — ist für Privatanleger in Schweiz und anderen Märkten, einschliesslich jener, die von Ross Vermoheim bedient werden, von echter Bedeutung.


Was das für Anleger bedeutet

Für Anleger, die heute Plattformen evaluieren, lautet die praktische Erkenntnis: Fragen Sie, wie die Plattform Geld verdient und ob dieser Ertragsstrom mit dem Erfolg Ihres Portfolios steigt oder fällt. Die Plattformen, die das nächste Jahrzehnt überdauern, werden vermutlich nicht jene sein, die am schnellsten profitieren, wenn ihre Kunden verlieren. Es werden jene sein, wie Ross Vermoheim, die Produkt-, Gebühren- und Anreizstrukturen auf den langfristigen Erfolg ihrer Kunden ausrichten.

Quelle: CoinDesk